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ECCO2 | 20 Prozent weniger Heizenergie - ohne Sanierung

Text: Redaktion SwissPropTech, Bild: Zur Verfügung gestellt

«Die Technologie optimiert den Betrieb von heute und liefert Daten für die Entscheidungen von morgen.»

Stefan Keiser, ECCO2
Wenn Immobilien energieeffizienter werden sollen, denken Eigentümer schnell an Fassaden, Fenster oder einen Heizungsersatz. ECCO2 setzt einen Schritt früher an: beim Betrieb. Das Freiburger Cleantech macht bestehende Heizsysteme mit Sensorik, Daten und künstlicher Intelligenz intelligent – und reduziert damit den Heizenergieverbrauch im Durchschnitt um rund 20 Prozent, ohne baulichen Eingriff.

Dahinter steckt eine einfache Beobachtung: Heizungen werden klassischerweise vor allem nach der Aussentemperatur gesteuert. Passive Sonnenenergie, die Wärmespeicherfähigkeit des Gebäudes oder das tatsächliche Raumklima bleiben dabei weitgehend unberücksichtigt. Die Folge: Es wird häufig mehr Energie eingesetzt als nötig.

ECCO2 Building Intelligence schliesst diese Lücke. Sensoren erfassen Temperatur und Luftfeuchtigkeit, weitere Einflussfaktoren fliessen in die Berechnung ein. Die hauseigene NARA-AI analysiert laufend das thermische Verhalten des Gebäudes und optimiert die Heizungssteuerung entsprechend. Das System funktioniert unabhängig von Heizsystem und Energieträger und lässt sich ohne umfassende Sanierung in bestehenden Gebäuden einsetzen.

Die Wirkung ist messbar: Die ECCO2-Technologie ist inzwischen an mehr als 1’000 Standorten im Einsatz und optimiert über 24’000 Wohnungen. Allein 2025 konnten in den ausgestatteten Gebäuden 28’500 MWh Heizenergie eingespart werden. Die erzielten Einsparungen reduzieren nicht nur Energieverbrauch und CO₂-Emissionen, sondern können gleichzeitig zur Finanzierung der Lösung beitragen.

Doch ECCO2 will Gebäude nicht nur effizienter steuern. Die laufend erhobenen Daten schaffen Transparenz darüber, wie sich einzelne Liegenschaften tatsächlich verhalten. Eigentümer und Portfolioverantwortliche erhalten damit eine zusätzliche Grundlage für ESG-Reporting, Dekarbonisierungsstrategien und zukünftige Investitionsentscheide. Die Technologie optimiert den Betrieb von heute – und liefert Daten für die Entscheidungen von morgen.

Der Ansatz findet auch bei etablierten Marktteilnehmern Anklang. Swisscom vertreibt die ECCO2-Lösung über ihre B2B-Kanäle. Wüest Partner kam in einer Analyse zum Schluss, dass ECCO2 Building Intelligence Energie- und CO₂-Einsparungen ermöglicht, ESG-Transparenz schafft und sich wirtschaftlich für Eigentümer rechnen kann. Die Wirkung der Technologie wurde zudem im Auftrag des Bundesamts für Umwelt geprüft und zertifiziert; die Lösung trägt ausserdem das Label «Efficient Solution» der Solar Impulse Foundation.

Seit Kurzem ist ECCO2 Teil des SwissPropTech-Netzwerks und steht exemplarisch für einen Ansatz, der für die Immobilienbranche zunehmend relevant wird: Mehr Energieeffizienz muss nicht immer mit einem grossen Bauprojekt beginnen. Ein erhebliches Potenzial steckt bereits in den bestehenden Gebäuden – und darin, sie intelligenter zu betreiben. Die Energiewende im Gebäudebestand beginnt damit nicht erst bei der nächsten Sanierung, sondern bereits bei dem, was heute schon da ist.

2026-08-07 08:25 Startup Stories Entwicklung Bau